40 Hartz IV-Empfänger aus Mecklenburg-Vorpommern fliegen für 10 Wochen nach Mallorca, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Neustart in ein besseres Leben?

Hintergrund

Der Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit ist nach wie vor eines der größten Probleme am deutschen Arbeitsmarkt. Mehr als eine Million Menschen sind seit mindestens einem Jahr auf Jobsuche. Je länger sie suchen, desto schwieriger wird es für sie: Viele Arbeitnehmer wollen Langzeitarbeitslose nicht einstellen, weil sie sie für lustlos und unmotiviert halten. Abgehängt werden vor allem jene, die schlecht ausgebildet sind, ein körperliches oder psychisches Handicap haben. Was passiert nun mit diesen Menschen?

Das Projekt „Prima Mallorca“ aus Mecklenburg-Vorpommern fördert genau dieses Heer von Unvermittelbaren – Menschen mit Handicaps. Menschen, deren Chancen am Arbeitsmarkt praktisch gleich Null sind. 40 Menschen unterschiedlichen Alters brechen im Rahmen des von der EU-geförderten Projekts ‚Prima Mallorca‘ in das vielleicht größte Abenteuer ihres Lebens auf – zu einem 10-wöchigen Fulltime-Praktikum auf Mallorca. In einheimischen Restaurants, Tierheimen, im Callcenter oder im Kindergarten sollen sie Berufserfahrung sammeln. Lernen, sich in einer fremden Umgebung zu beweisen und ihren Horizont erweitern. Die ersten Herausforderungen erwarten die Praktikanten bereits in Deutschland, denn sie büffeln vor der Abreise nach Mallorca zehn Wochen lang täglich Spanisch. Und über die Hälfte der Teilnehmer steigt zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Flugzeug…

Während ihres Aufenthaltes auf Mallorca sind die Verlockungen schnellen Amüsements, billiger Biere und launiger Unterhaltung stets präsent. Die Praktikanten brauchen einen starken Willen, um all dem zu widerstehen und um Tag für Tag pünktlich zu ihrem Praktikum zu erscheinen – ihre Fahrkarte in ein neues Leben mit Arbeit.

Der Film erzählt die Geschichten von Jugendlichen und Erwachsenen, die sich mit der Langzeitarbeitslosigkeit nicht abfinden und die Flucht nach vorn antreten. Das Projekt „Prima Mallorca“ hilft ihnen dabei. Wir begleiten diesen Prozess und erleben hautnah mit, wie es sich anfühlt, ohne Arbeit, ohne Geld und ohne Zukunft zu existieren in einer Gesellschaft, die von sich behauptet, sozial zu sein. Wir geben diesen Menschen eine Bühne, thematisieren ihre Ängste und Zweifel, aber auch ihre Hoffnung auf ein besseres, ein glücklicheres Leben.

Von den 40 Teilnehmern, die nach Mallorca fahren begleiten wir fünf Protagonisten während des gesamten Projekts. Sie stehen repräsentativ für alle Teilnehmer. Es sind durchweg Menschen mit einem physischen, psychischen oder sozialen Handicap, Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt besonder schwer haben.


Informationsmaterial

Die Arbeitsmarktsituation von langzeitarbeitslosen Menschen 2019

Langzeitarbeitslosigkeit auf einen Blick